Hans-Furler-Gymnasium Oberkirch

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Sie prägte die Atmosphäre am HFG

Sie prägte die Atmosphäre am HFG

 

Nachruf auf langjährige Lehrerin Cornelia Hagen

 

Cornelia Hagen unterrichtete jahrzehntelang am Hans-Furler- Gymnasium Oberkirch. Sie hatte keine Mühe, sich stets deutlich zu artikulieren und wurde gerade wegen ihrer Geradlinigkeit geschätzt. Gegangen aber ist sie still und leise nach langer Leidenszeit. Im Alter von 73 Jahren starb am 14. April, wie ihre Familie erst jetzt bekanntgab, die Pädagogin Cornelia Hagen.

 

Jahrzehntelang war sie am Hans-Furler-Gymnasium in Oberkirch als Biologie- und Chemielehrerin eine Institution gewesen. Schlagfertig und nie um einen Rat verlegen – so kannten sie Heerscharen von Schülern und Eltern. Ihr Humor und ihre Eloquenz ebneten nicht nur viele Probleme des Alltags, sondern halfen auch, anspruchsvolles Fachwissen so in Schwung zu bringen, dass es bei den Schülern ankam. Cornelia Hagen verstand es zu begeistern, ohne dabei den Ernst der Lage zu vernachlässigen. Bei „Frau Hagen“ konnte und musste man viel lernen, ohne dabei die Faszination für die Naturwissenschaften zu verlieren.

 

Cornelia Hagen wurde am 1. September 1948 als Tochter der Zahnärztin Elfriede Tietzen in Freiburg geboren und wuchs mit zwei Schwestern nach der frühen Trennung der Eltern bei den Großeltern in Weisweil am Kaiserstuhl auf, derweil ihre Mutter Studium und Ausbildung als Zahnärztin noch abschloss. Gerne erinnern sich die Töchter an die liebevolle Fürsorge durch die Großeltern, bis die Mutter in Oppenau ihre Zahnarztpraxis eröffnete. Die Töchter besuchten das damalige Progymnasium in Oberkirch, um am Oken-Gymnasium in Offenburg Abitur zu machen. Schon immer hatte sich Cornelia Hagen für Naturwissenschaften begeistert; folgerichtig studierte sie nach dem Abitur Biologie und Chemie an der Universität ihrer Geburtsstadt Freiburg.

 

Ihre pädagogische Laufbahn startete sie in Schwenningen, um in Tauberbischofsheim am Nordrand Badens weitere Berufserfahrung zu sammeln. Dazwischen aber lernte sie ihren späteren Ehemann Dieter Hagen kennen – eine Urlaubsbekanntschaft auf Fuerteventura, wo er als Surflehrer arbeitete. Die beiden heirateten 1982. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, die, inzwischen erwachsen, beide in der Filmbranche erfolgreich sind. Kurze Zeit nach der Eheschließung ließ sich die junge Pädagogin an ihre ehemalige Schule nach Oberkirch versetzen. Das einstige Progymnasium hieß inzwischen Hans-Furler-Gymnasium und bot selbst das Abitur als Schulabschluss an.

 

Ihr gesamtes weiteres Berufsleben blieb Cornelia Hagen ihrer alten Schule treu bis zur Pensionierung im Jahre 2011. Über ihre Fachkompetenz hinaus prägte sie auch durch ihre Persönlichkeit die Atmosphäre am HFG, wenn sie ihre markante Stimme erhob. Die wird lange nachhallen in der Stadt, gerade weil viele Freunde und Bekannte fassungslos waren über ihre lange Leidenszeit, in der sie vor 18 Monaten auch noch ihren Ehemann Dieter verlor. Dem letzten Wunsch der Sterbenden entsprechend, sorgte die Familie für einen leisen Abschied. Neben den Schwestern und den Söhnen haben auch zwei Enkelinnen ihre Großmutter verloren. Ihre ehemaligen Kollegen werden Conny Hagen nicht so schnell vergessen; viele Pensionäre versammelten sich jetzt vor ihrem Grab. Werner Decker, ihr einstiger Mitschüler am Progymnasium und fast drei Jahrzehnte Kollege am HFG, schilderte mit ergreifender Nähe ihren Lebensweg. Auch als energische Kollegin im Personalrat des Gymnasiums sei sie immer um Ausgleich und Gerechtigkeit bemüht gewesen.

 

Text: Rainer Braxmaier - Quelle: ARZ 18. Mai 2022

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