Hans-Furler-Gymnasium Oberkirch

Seitenbereiche

Rarotonga - Ein Paradies am Ende der Welt

Artikel vom: 11.12.2018


Ein Reisebericht der letztjährigen Abiturientin Lea Benz über Rarotonga

Lea bei der täglichen Kontrolle
Lea bei der täglichen Kontrolle

Mitten im Südpazifik und fern ab von anderen besiedelten Inseln befindet sich die mit 7 km Durchmesser größte Insel der Cook Inseln, Rarotonga. Schon bei der Ankunft am Flughafen, der nicht viel größer als zwei Einfamilienhäuser ist, wird mir klar, dass man hier in einer ganz anderen Welt lebt.

Einen knappen Monat lebe und arbeite ich hier auf einer Farm in dem kleinen Dorf Matavera.
Der Tag beginnt hier meistens um fünf Uhr morgens. Länger kann man sowieso nicht schlafen, da man von den morgentlichen Gesängen der Hähne geweckt wird. Und nein, das ist hier nicht so wie in Deutschland, dass mal ein Hahn kräht. Meistens versammeln sich morgens an die fünfzehn Hähne vor dem Fenster, manche nehmen sich dazu auch gerne die Freiheit und kommen einfach direkt in die Küche. Trotzdem merkt man irgendwie, dass Rarotonga, mit zwölf Stunden Zeitverschiebung und direkt neben der Datumsgrenze, als letztes in den Tag startet. Alles ist hier ein bisschen langsamer und wenn man sich verabredet, dann kommt meistens die Aussage: "Let’s meet at seven cook island time", was dann bedeutet, dass vor zehn keiner da ist.

Auf der Farm vermieten wir hier zwei kleine Ferienhäuser für die ich morgens ein Frühstück herrichte.
Danach heißt es abwaschen und schnell raus in den Garten! Dort müssen dann Bäume geschnitten, Papaja und Kokosnüsse geerntet oder die Ferienhäuser geputzt werden. Abends füttere ich dann noch unser Schwein "Lulu" und kontrolliere die Ziegen. Der Rest des Tages gehört mir, und ich kann an den Strand gehen, Wale beobachten oder einfach das Inselleben genießen!

Gefühlt kennt hier jeder jeden und wenn nicht, grüßt man sich trotzdem mit einem freundlichen "kia orana" (möge das Leben mit dir gehen). Zudem wird man oft einfach von Inselbewohnern mitgenommen und kann so auch ohne Bus, von dem es übrigens einen "clockwise" und einen in die andere Richtung "anticlockwise" gibt und dieser auch ein Abenteuer für sich ist, einfach in die Stadt trampen. Viele Menschen sprechen hier immernoch die Sprache der Insel (te reo cook island), der Rest ein Englisch an das man sich erst einmal gewöhnen muss...

Was wir an Karneval als Hawaii - Kostüm tragen, ist hier tatsächlich der alltägliche Dresscode. Beziehungsweise wenn man mit einer Jeans und mit Sneakers herumspazieren, schaut jeder einen an als wär man ein Außerirdischer. Blumen sind hier sowieso überall. Egal ob als Kette, hinterm Ohr oder als Kopfschmuck. Einfach jeder trägt sie im Alltag.

Einheimische, die sich gerne mit Blättern und Blumen schmücken
Einheimische, die sich gerne mit Blättern und Blumen schmücken

Prinzipiell besteht die Insel aus der "Stadt" Avarua und mehreren kleinen Dörfern. Dabei gibt es eine "frontroad" und eine "backroad". Hausnummern gibt es hier nicht, und deshalb auch keine Post, was es für viele Menschen schwer macht, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Auch mit Internet kommt man hier nicht weit. Es gibt lediglich einen Anbieter, bei dem die Preise jedoch ins Unermessliche gehen.

Nur die äußeren 500 Meter Rarotongas sind besiedelt, der Rest der Vulkaninsel ist mit einem wunderschönen Regenwald bedeckt. Jedoch kommt es daher, wie es der Name schon verrät, auch sehr oft zu Regen. Eigentlich regnet es hier im Schnitt einmal am Tag. Dieses Jahr jedoch auch mal gerne mehrere Tage am Stück, was damit zusammenhängt, dass die ganze Insel auf einen großen Sturm und Tsunami wartet. Immerhin gibt es hier viele Katastrophen-Trainings und Pläne, wie jeder, auch die Tiere, gerettet werden kann.

Läuft man durch die Straßen oder am Strand entlang, so wird man von zahlreichen Hunden, Ziegen und Hühnern begleitet. Hühner sind hier eigentlich sowieso überall!
Das liegt hier vor allem daran, dass die Tiere nicht in Käfigen gehalten werden, sondern einfach frei herumspazieren.
So frei wie die Hühner ist hier auch die Straßenverkehrsordnung. Wie viele Personen hier in ein Auto dürfen ist nicht festgelegt. So sieht man oft einfach Personen auf den Dächern der Autos mitfahren. Zudem herrscht hier Linksverkehr, an den ich mich auch erstmal gewöhnen musste. So habe ich vorerst mal auf das Auto verzichtet und mich für das Fahrrad entschieden. Das war kein allzu großes Problem, da man in anderthalb Stunden locker einmal um die Insel radeln kann. Ein auch sehr beliebtes Fortbewegungsmittel ist der Roller, was aber bei den Touris oft zu brenzligen Situation führt. Touris gibt es hier schon, aber definitiv nicht sehr viele. Man hat großes Pech, wenn man am "Touri - Strand" seine 300 Meter Strand mit fünf anderen Personen teilen muss.
Nahrung ist hier überraschend billig (oder mir kommt es nur so vor, da ich von New York komme), da hier vieles einfach selbst angebaut und verarbeitet wird. Auch ein Arztbesuch inklusive Medikamente, was ich auf Grund des sehr schwülen Klimas auch mal testen durfte, kostet umgerechnet nur 30 €.

Ein wirkliches Highlight ist hier die Sonntagskirche. Hier geht es offenbar nicht darum, wer die Lieder am schönsten singt, sondern mehr darum, wer sie am lautesten singen kann. Auch hier trägt wieder jeder Blumenschmuck!

Für mich geht es jetzt weiter nach Neuseeland und Asien. Diese Insel jedoch werde ich niemals vergessen!

Kia Manuia!


Text: Lea Benz / Fotos: Lea Benz

In der Schubkarre kann man die bunten Gartenabfälle aus dem Regenwald sehen
In der Schubkarre kann man die bunten Gartenabfälle aus dem Regenwald sehen
Das violette Stück Stoff ist eine traditionelle Kunst (Tivaivai), die Lea von den Einheimischen lernen durfte
Das violette Stück Stoff ist eine traditionelle Kunst (Tivaivai), die Lea von den Einheimischen lernen durfte
Blick aus Leas Fenster in Rarotonga
Blick aus Leas Fenster in Rarotonga

Weitere Informationen

Schuljahr 2019/20

11.09 1. Schultag (Mi !)
11.09 Aufnahme 5
20.09 Wandertag
26./30.09 Elternabende
04.10 Bew. Ferientag
26.10-03.11 Herbstferien
07./08.11 Schultheater
21.12-06.1 Weihnachtsferien
08.02 Tag der offenen Tür
20.02 Schulfasent
21.02-01.03 Fastnachtsferien
11./12.03 Anmeldung Kl. 5
04-19.04 Osterferien
22.04 Beginn Abitur
22.05 Bew. Ferientag
30.05-14.06 Pfingstferien
02.07 Mdl. Abitur
04.07 Abiturfeier
20.-24.07 Stufenwoche
28.07 Ausflugstag
29.07 Letzter Schultag
30.07-13.09 Sommerferien
14.09 1. Schultag 20/21