Hans-Furler-Gymnasium Oberkirch

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Digitalisierung am HFG

Artikel vom: 14.01.2022


HFG: Digitalisierung kommt voran

Seit Sommer 2020 hat sich im Hans-Furler-Gymnasium Oberkirch in Sachen Digitalisierung einiges getan. Die Bürokratie beim Digitalpakt Schule verzögert die Entwicklung jedoch deutlich.

Die Digitalisierung war eines der beherrschenden Themen im Bundestagswahlkampf. Bereits 2019 stellte die damalige Bundesregierung 6,5 Milliarden Euro im sogenannten Digitalpakt für die digitale Ausstattung der Schulen bereit. Zusammen mit dem Eigenanteil der Schulträger und der Länder stehen mindestens sieben Milliarden Euro zur Verfügung. Doch die Gelder werden teilweise wegen hoher bürokratischer Hürden nur zögerlich abgerufen. Laut einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) waren zum Stichtag 30. Juni 2021 erst 852 Millionen Euro geflossen.

Während Deutschland bei der Digitalisierung international weit hinterherhinkt, gibt es laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) große Unterschiede zwischen dem Entwicklungsstand einzelner Schulen in Deutschland. Das Hans-Furler-Gymnasium in Oberkirch steht in diesem Vergleich offenbar sehr gut da. Dort steht lauf Raphael Blessing, Mitglied der Schulleitung und Abteilungsleiter Medien und Naturwissenschaften am HFG, seit Sommer flächendeckendes Wlan in allen Klassenräumen sowie ein nagelneuer Server für 10 000 Euro zur Verfügung.

Eine 1-GBit-Glasfaserleitung der Telekom habe es schon vorher gegeben. Die Schüler können zudem auf fünf iPad-Wagen mit jeweils 30 Geräten zurückgreifen. Auch nahezu alle Lehrkräfte sind mit insgesamt 60 iPads für den Unterricht ausgestattet. Derzeit sei die Situation aufgrund des dreijährigen Umbaus des Schulgebäudes etwas schwierig. So müsse man auf zwei vollwertige PC-Räume verzichten. Diese sollen durch einen neuen, großen Computerraum ersetzt werden, so Blessing.

„Aus dem Digitalpakt wurden 30 Schüler-Notebooks sowie 35 Lehrer-Notebooks angeschafft.“ Die bisherigen 30 Notebooks stünden jetzt zur Ausleihe für die Schüler bereit. Außerdem gebe es in allen Klassenzimmern Apple-TV als digitale Tafeln sowie insgesamt 40 Desktop-PCs. Als Software stehe MS 365 mit MS Teams zur Verfügung.

Bisher sei das meiste Geld von der Stadt Oberkirch gekommen. Um weitere Gelder aus dem Digitalpakt abzurufen, werde derzeit noch an dem Medienentwicklungsplan gearbeitet, der bis April fertiggestellt werden soll. Dann stünden für die Oberkircher Schulen insgesamt noch einmal eine Million Euro zur Verfügung. Blessing: „Das ist mit einem riesigen Bürokratieaufwand verbunden. Für das didaktische Konzept werden alle mit eingebunden: der Elternbeirat, die Schülervertretung SMV, das Kollegium und der Schulträger. Das Ganze geht dann an das Landesmedienzentrum.“ Das sei natürlich einerseits sinnvoll, da man wissen müsse, wie man die Geräte gewinnbringend einsetzen könne. Aber es verzögere die Sache erheblich.

Corona habe die Digitalisierung zwar beschleunigt, aber auch die Pandemie sei schon eine große Belastung gewesen. Beim HFG verfolge man das Ziel, mit den zusätzlichen Geldern in jedem Klassenzimmer einen Laser-Beamer zu installieren.

Das Hans-Furler-Gymnasium verfügt über ein eigenes ITProfil. So können die Schüler ab der fünften Klasse zentrale IT-Kompetenzen erwerben. Im Bereich Medienbildung werden Inhalte wie Netiquette, Sichtbarkeit von Daten oder technisches Verständnis vermittelt. Ab der siebten Klasse gibt es den Aufbaukurs Informatik mit Inhalten wie Programmierung und Kryptografie (Verschlüsselung) und in den Klassen acht bis zehn kann das Verbundfach Informatik- Mathematik-Physik (IMP) als Kern- und Profilfach gewählt werden. Danach können die Schüler Informatik als Leistungsfach wählen. Außerdem gibt es eine Technik-AG, eine Informatik- AG und eine Robotik-AG.

Zusätzliche Gelder und Know-how kommt auch von den zahlreichen Bildungspartnern des HFG. So wird die Schule von der August-Koehler- Stiftung oder in Sachen Robotik vom Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler in Bühl unterstützt. Dies hat auch schon internationale Erfolge eingebracht. Beim Weltfinale der „World Robot Olympiad“ 2018 in Chiang Mai in Thailand erreichten die Oberkircher in der Altersgruppe der 16 bis 19-Jährigen einen beachtlichen fünften Platz unter 481 Teams aus 63 Ländern. Während Russland auf dem neunten Platz landete, kamen alle anderen Teams in den Top-Ten aus asiatischen Ländern. Dies zeige, so Raphael Blessing, dass die Asiaten die Europäer in Sachen Digitalisierung weit abgehängt hätten. „In Ländern wie Taiwan, Malaysia oder Japan hat man ein ganz anderes Verständnis von Digitalisierung. Die Anstrengungen in Deutschland reichen bei Weitem noch nicht aus, um mithalten zu können.“ Deshalb sollte Robotik zum verpflichtenden Inhalt werden.

Text: Wolfgang Huber ARZ 11. Januar 2022