Am Freitag vor den Osterferien setzte unsere Schule im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus in Oberkirch ein wichtiges Zeichen. In Zusammenarbeit mit Kolping und dem Netzwerk für Geflüchtete beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 11 intensiv mit den Themen Flucht, Migration und Integration. Ein besonderes Highlight war das Kolping Mitmach-Mobil auf dem Schulhof. In kleinen Gruppen konnten die Jugendlichen interaktive Stationen durchlaufen, die Informationen rund um Fluchtgründe, Fluchtwege und das Leben in Deutschland vermittelten. Besonders eindrücklich war dabei für viele, dass „die Flüchtenden im Unbewussten leben, wie lange sie auf der Flucht sein werden“, stellte Schülerin Jana S. aus der Jahrgangsstufe 1 fest. Auch die Möglichkeit, persönliche Berichte kennenzulernen, wurde als bereichernd empfunden: Es bot sich eine interessante und besondere Möglichkeit, eine persönliche Geschichte einer Flucht kennenzulernen. Parallel dazu fanden in den Klassenzimmern Workshops für die 9. Klassen statt. Hier diskutierten die Schülerinnen und Schüler zentrale Fragen zu Flucht und Migration sowie zu Integration und Inklusion.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Herausforderungen eines Asylantrags – von Aufenthaltsberechtigung über Unterbringung bis hin zur möglichen Abschiebung. Besonders eindrucksvoll war eine interaktive Übung, bei der die Welt mit Spielfiguren „neu gelegt“ wurde: nach Fläche, Bevölkerungszahl und der Verteilung von Geflüchteten. Dabei wurde deutlich, dass die meisten Menschen innerhalb oder nach Asien flüchten, gefolgt von Europa und Afrika. Viele zeigten sich überrascht über die Dimensionen: „Ich war erstaunt, wie viele Menschen jährlich flüchten und wie sich das in den letzten Jahren entwickelt hat", so eine Schülerin. Gleichzeitig kam auch der spielerische Zugang nicht zu kurz – so berichteten einige, dass es Spaß gemacht habe, die Weltkarte zu legen. Auch die eigene Meinungsbildung spielte eine wichtige Rolle: Durch die Positionierung zu verschiedenen Aussagen setzten sich die Jugendlichen kritisch mit ihren Einstellungen auseinander. Die Veranstaltung leistete insgesamt einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und förderte Empathie, Verständnis und kritisches Denken im Umgang mit einem hochaktuellen Thema.