Wir sind Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
Das Schuljahr ist noch jung, doch konnte die Schulgemeinschaft des HFG schon in der zweiten Schulwoche einen Höhepunkt feiern. Dem Hans-Furler-Gymnasium ist heute in einer außergewöhnlichen Schulversammlung die Mitgliedschaft im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen worden. Nach der Eröffnung durch die Bigband begrüßte Schulleiter Ingo Kruse die Festgäste und warf einen Blick zurück auf das letzte Schuljahr. Auf Initiative des Arbeitskreises Demokratiebildung unter der Leitung von Norman Dold bewarb sich das HFG um eine Mitgliedschaft im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, bei der die Aufnahmevoraussetzung ist, dass mindestens 70 % der Schulmitglieder zustimmen. Dieser Wert wurde mit 89,5 % deutlich übertroffen. Ein kraftvolles Signal für das Leitbild, das jedoch, so Kruse, gelebt werden müsse. „Wir werden mehr und vielfältiger. Man darf Ausgrenzung, Rassismus und Mobbing keinen Platz geben.“ Schule sei nicht wertneutral, sondern müsse sich auf Artikel 1 des Grundgesetzes, nämlich dass die Würde des Menschen unantastbar sei, berufen. Er ermunterte die Schülerinnen und Schüler, zuzuhören, Stellung zu beziehen, einzugreifen, wenn es nötig sei und Menschenwürde zu leben. Oberbürgermeister Gregor Bühler wünschte der Schulgemeinschaft alles Gute, betonte aber auch, dass sie mit der Aufnahme in das Netzwerk eine neue Aufgabe bekommen habe. Alle Mitglieder des HFG hätten nun eine Vorbildfunktion im rücksichtsvollen, verantwortungsvollen Umgang miteinander.
Und es gehe bei dieser Aufgabe nicht nur um das HFG, sondern auch um die Stadt, die Gesellschaft. Die Schülersprecherin Karlene Kiefer machte in ihrer Rede darauf aufmerksam, dass Diskriminierung oft auch leise in Vorurteilen oder beiläufigen Bemerkungen auftrete oder als Witz abgetan werde. Sie appellierte an die Schülerinnen und Schüler, dass sich das neue antirassistische Leitbild im Verhalten widerspiegeln solle und äußerte den Wunsch, an der Schule eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der sich keiner ausgeschlossen fühle. Noah Vilmen, ehemaliger Schüler des HFG, der sich dazu bereit erklärt hat, die Patenschaft für das HFG zu übernehmen, motivierte die Schülerinnen und Schüler, genauer auf andere einzugehen, genauer hinzusehen und sich für andere einzusetzen. Jeder könne etwas gegen Diskriminierung tun. Andreas Haiss als Vertreter des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ meinte in seiner Rede, dass es nicht nur gegen Rassismus, sondern gegen jede Form von Diskriminierung gehe. Das Internet sei voller Hass, dagegen gelte es zu arbeiten. Und er erinnerte daran, dass die Mitgliedschaft bedeute, jedes Jahr auch eine Aktion gegen Diskriminierung zu organisieren. Anschließend übergab er Schulleiter Kruse, Norman Dold, Karlene Kiefer und Noah Vilmen die Mitgliedsurkunde und das Schild, das nicht nur ein Symbol bleiben, sondern alle motivieren soll, Respekt und Toleranz zu leben.
Text: P. Landerl