Ausstellung

Hyperrealismus

Der BK-Leistungskurs J2 besuchte die Ausstellung von Stefan Bircheneder in der Städtischen Galerie Offenburg. Seine hyperrealistischen Bilder zeigen verlassene Arbeitsorte – und sind doch nur gemalt. Ein starker Eindruck über das Verschwinden von Arbeit ...

10 / 2025

Ausstellung

Kunstkurs besucht Ausstellung von Stefan Bircheneder

Eine faszinierende Ausstellung des Künstlers Stefan Bircheneder besuchte der Leistungskurs Bildende Kunst J2 des Hans-Furler-Gymnasiums Oberkirch in der Städtischen Galerie Offenburg.

Bircheneder, der sich in seinen hyperrealistischen Gemälden mit verlassenen Arbeitsorten auseinandersetzt – leeren Fabrikhallen, Spinden, Duschräumen oder Schreibtischen –, führt seine Besucherinnen und Besucher bewusst in die Irre: Was auf den ersten Blick wie eine dokumentarische Fotografie industrieller Relikte erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als täuschend echt gemalte Leinwand. Der Künstler thematisiert damit nicht nur die Ästhetik des Verfalls, sondern auch den sozialen Wandel, der mit der Stilllegung von Produktionsstätten und dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist.

Für die Schülerinnen und Schüler war der Besuch mehr als eine Exkursion: Er steht in einer langen Tradition am Hans-Furler-Gymnasium, dessen Oberstufenkurse regelmäßig regionale Ausstellungen besuchen. Ziel ist es, den Kunstunterricht aus dem Klassenzimmer hinauszuführen und direkte Begegnungen mit Originalkunstwerken zu ermöglichen – Begegnungen, die keine Reproduktion, kein Bildschirm ersetzen kann.

Gerade im Zeitalter digitaler Bilderwelten bleibt die unmittelbare Erfahrung vor dem Original zentral für die ästhetische Erziehung: Farbe, Licht, Materialität und Maßstab werden erst im realen Raum erfahrbar. Sie schärfen die Wahrnehmung, fördern die Fähigkeit zum genauen Sehen und regen zur Reflexion über die eigene künstlerische Praxis an. Solche Momente der Anschauung und des Dialogs mit der Kunst prägen das ästhetische Urteilsvermögen – und machen sichtbar, dass Kunstunterricht weit mehr ist als Technik: er ist Kulturvermittlung und Bildung des Blicks.

Text: Red./ Bilder: HFG/Städt. Galerie OG

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