Hans-Furler-Gymnasium Oberkirch

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Erasmus+ in Oberkirch

Artikel vom: 09.04.2018


Erasmus+ in Oberkirch

Beim drittes Zusammentreffen im Rahmen des Projekts Erasmus+ waren spanische und italienische Schülerinnen und Schüler zu Besuch am HFG. Bericht einer Schülerreporterin.


Zum dritten und letzten Mal trafen Schülerinnen und Schüler aus drei unterschiedlichen Ländern unter dem Motto „Rencontrer l’autre en voyageant“ zusammen. Nach Aufenthalten in Jaén, Spanien, und Avezzano, Italien, war es in der letzten Woche vor den Osterferien soweit: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminarkurses „Flucht und Migration“ unter der Leitung von Matthias Cleiß und Aisha Hellberg sowie der bilinguale Kurs der Jahrgangsstufe 1 hießen eine Gruppe spanischer und italienischer Schülerinnen und Schüler am HFG in Oberkirch willkommen. Zusammengeführt durch das von der EU gesponserte Erasmus+-Programm beschäftigte man sich auch dieses Mal wieder intensiv mit dem Thema Flucht und mit dem europäischen Gedanken. Außerdem bot der Besuch die Möglichkeit, den Gästen die deutsche Kultur näherzubringen und Freundschaften zu vertiefen. Dabei diente Französisch zur Verständigung. Alle teilnehmenden Schulen bieten abgesehen vom Schulabschluss des jeweiligen Landes auch das französische „baccalauréat“ an.
Ziel der gemeinsamen Woche war eine Ausstellung zum Thema Flüchtlingskrise, die aktuell im PZ zur Schau gestellt wird. Dazu wurde in verschiedenen Workshops gearbeitet. Eine Gruppe entwarf und gestaltete den Hintergrund mithilfe von Actionpainting. Andere Schülerinnen und Schüler stellten im Voraus geführte Interviews mit Flüchtlingen, die zurzeit in Oberkirch leben, zusammen. Der dritte Teil fotografierte sich mit Nachrichten an Flüchtlinge und Aufnahmeländer auf der ganzen Welt auf den Armen, eine Antwort auf das Projekt CARE Dear World, bei dem Flüchtlinge dasselbe getan hatten. Im Rahmen eines Abschlussbuffets am Freitagmittag wurde die Ausstellung schließlich eröffnet.
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich zudem mit dem Film „Persepolis“, der die Geschichte einer jungen Migrantin erzählt. Dabei wurden Kulturunterschiede, Fluchtursachen und Integration an einem konkreten Beispiel diskutiert. In einem anderen Workshop las man die Kurzgeschichte „Guerre – et si ça nous arrivait?“ und versetzte sich selbst in die Lage eines Flüchtlings. Auch im Unterricht des bilingualen Zugs durften die Gäste hospitieren. Die Stadt Oberkirch begrüßte die Spanier und Italiener mit einer Einladung ins Rathaus. Bürgermeister Lipps stellte Oberkirch und Umgebung vor und lobte alle Anwesenden für ihr europäisches Engagement.
Natürlich durften auch kulturelle Erlebnisse nicht fehlen. So erkundeten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Partnern Heidelberg und Strasbourg. Während einer französischsprachigen Führung im Heidelberger Schloss wurde man sogar von einem kleinen Schneesturm überrascht, der besonders den spanischen und italienischen Gästen imponierte. Beim Mittagessen in der Marstallmensa konnte man dann einen Blick auf das deutsche Studentenleben erhaschen, bevor es nachmittags in die Stadt ging. In Kleingruppen erkundete man verschiedenste Sehenswürdigkeiten. In Strasbourg begann man den Tag mit einer Stadtrallye, die unter anderem zur Kathedrale und dem Gerberviertel Petite France führte. Danach war ein Besuch im Europaparlament geplant. Die Schülerinnen und Schüler durften einer Sitzung des Jugendparlaments Euroschool im Plenarsaal assistieren und verschiedene Konferenzräume besichtigen. Abgerundet wurde der Tag durch einen von der nichtstaatlichen Flüchtlingsorganisation La Cimade organisierten „Parcours des réfugiés“ (Weg der Flüchtlinge). La Cimade ist Flüchtlingen in Frankreich bei der administrativen Arbeit behilflich. Der Weg, der bis zur Aufenthaltserlaubnis zurückgelegt werden muss, wurde in einem Brettspiel dargestellt, dem sogenannten „Parcours des réfugiés“, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlebten.
Auch in den Familien bemühten sich die deutschen Schülerinnen und Schüler, ihren Gästen ein möglichst spannendes Programm zu bieten. Nach vollgepackten Tagen in der Gruppe ging es abends zum Beispiel nach Strasbourg ins Kino, zusammen in typisch deutsche Restaurants, Bowlen, Wandern im Schwarzwald oder nach Offenburg. Besonders am letzten gemeinsamen Abend gab man sich Mühe, die ausländischen Freunde angemessen zu verabschieden.
Da war es auch nicht verwunderlich, dass beim Abschied auf allen Seiten die Tränen flossen. Doch das Projekt ist verantwortlich für viele neue Freundschaften. Deshalb ist klar, dass das Motto „Rencontrer l’autre en voyageant“ nicht nur in der Schule gilt. Bereits im Sommer sind erste Besuche geplant. Das Projekt Erasmus+ hat in der Schule begonnen und wird wohl noch viele Jahre außerhalb von ihr andauern.
 
Text: Hannah Ziegler (J1)/ Fotos: Kollegium

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